Orthopädie

Im Fokus der Fachrichtung Orthopädie stehen Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen des Bewegungsapparates, wozu verschiedene Knochen, Gelenke, Bänder, Muskeln, Sehnen und Fascien vom Kopf bis zum Fuß gehören.

Die orthopädisch-ärztliche Diagnostik mit gründlicher Befragung (Anamnese), klinischer Untersuchung und bei Notwendigkeit der Einsatz sogenannter bildgebender Verfahren (Sonografie, Röntgen, MRT und weitere) steht am Beginn und mündet in eine individuelle Planung Ihrer Heilbehandlung. Der Fokus unserer Praxis liegt auf der Anwendung nicht operativer Therapien, die ärztlich vor Ort und interdisziplinär mit weiteren medizinischen Fachdisziplinen (andere ärztliche Fachbereiche, Physio-, Ergo-, Sporttherapie, Osteopathie, Psychologie, Rehabilitation) umgesetzt werden.

Ärztliche Diagnostik und Beratung

  • Anamnese (Befragung zur Krankengeschichte), Klinische Untersuchung
  • weitere Diagnostik incl. Labor, Sonografie, Röntgen/ MRT (in Kooperation)
    • incl. Bewertung von bildgebender Diagnostik (Röntgen, CT, MRT)
  • Muskelfunktionsdiagnostik (in Kooperation für Rücken und Extremitäten)
  • Beratung OP-Indikationen, inclusive möglicher Alternativen zur OP
  • Beratung, Verordnung und Organisation Nachbehandlung nach Trauma oder Operationen, Rehabilitation, Heilmittelbehandlung (z.B. Physio- und Ergotherapie)
  • Beratung und Verordnung zur orthopädietechnischen Versorgung (Einlagen, Bandagen, Orthesen)
  • Empfehlung Eigenmaßnahmen

Ärztliche Therapie

Im Vordergrund stehen hier die ärztliche Schmerztherapie, die Funktionsverbesserung und die Unterstützung der Heilungsprozesse durch die Anwendung individueller, moderner Therapiekonzepte. Verschiedene Methoden und Therapien kommen bei der Behandlung am Bewegungsapparat in unserer Praxis auch in Kombination zur Anwendung, u.a.

“Die Manuelle Medizin ist zusammen mit der Chirotherapie (von altgriechisch χείρ cheir ‚Hand‘) eine medizinische Schule, die zur Heilbehandlung angewendet wird, wenn Funktionsstörungen des Bewegungsapparates Beschwerden verursachen. Da Befundaufnahme und Behandlung ausschließlich mit der Hand durchgeführt werden, grenzt sich die Manuelle Medizin von der invasiven und der medikamentösen Medizin ab.

Manuelle Medizin befasst sich grundlegend mit der Wiederherstellung der Beweglichkeit von Gelenken, die in Form und Zusammensetzung intakt sind, deren Funktion jedoch gestört ist. Funktionsstörungen, wie eingeschränkte Beweglichkeit (Blockierung) der Wirbelsäule und der Gelenke, Faszien und Muskeln, sind die Zielpunkte der Manuellen Medizin. Diagnostik und Therapie beruhen auf biomechanischen und neurophysiologischen Prinzipien und erfolgen unter präventiver, kurativer und rehabilitativer Zielsetzung mit der Hand.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Manuelle_Medizin

Diese auch als „Spritzentherapie“ bezeichnete Behandlung war über Jahre die Hauptbehandlungsmöglichkeit in der konservativen Orthopädie. In meiner Praxis stellt sie einen ergänzenden Therapiebaustein dar. Sie kann bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (Wirbelsäule, Gelenke als auch Muskel-Sehnen-Band-Apparat) durch schmerzreduzierende und entzündungshemmende Wirkungen helfen, Schmerzen und Funktions- sowie Belastungseinschränkungen kurzfristig, aber auch langandauernd positiv zu verändern. Durch die lokale Anwendung kann die Dosis der eingesetzten Medikamente und damit auch mögliche Nebenwirkungen geringgehalten werden. Die ebenfalls zur Anwendung gebrachte Neuraltherapie ist eine besondere Form der Injektionstherapie, welche Lokalanästhetika (sogenannte Betäubungsmittel, wie Procain oder Bupivacain) zur Wirksamkeit nutzt. Im Vordergrund steht nicht die lokale Schmerzstillung, vielmehr werden Heilungsprozesse des Körpers bei Erkrankungen des Bewegungsapparates angestoßen oder unterstützt.

Aus CO2-Gas wird in einem Spezialgerät Trockeneis produziert, das mit Druck auf die Haut trifft. Der Unterschied in der Wirkungsweise zu anderen lokalen Kältetherapien ist durch den sog. Kälteschock (Hauttemperatur sinkt in ca. 30 Sekunden auf eine lokale Temperatur von +4 Grad bis 0 Grad Celcius ab.) begründet. Eine Verstärkung der Wirkung wird durch Druck und Vibration (CO2 mit Druck von 0,3 bar auf die Haut appliziert) erreicht.

Folgende Wirkungsweisen basieren auf unterschiedlichen Regulationsmechanismen im menschlichen Körper:

  • Schmerzreduktion
  • Entzündungshemmung
  • Reduktion der Muskelspannung
  • Förderung der Durchblutung und des Lymphflusses

Indikationen (Anwendungsbereiche)

  • Akutversorgung nach Verletzungen (Prellungen, Zerrungen, Muskel-Sehnen-Bandverletzungen, Schleimbeutelreizungen, Gelenkverletzungen, geschlossene Knochenbrüche)
  • Versorgung nach Operationen in verschiedenen Körperregionen (Schwellung/ Ödeme, Schmerz)
  • Triggerpunktbehandlung
  • Schmerzbehandlung – akut, chronisch, auch CRPS (Synonym M. Sudeck)
  • Infektionen (Gelenke, Wundinfektionen)

Kontraindikationen

  • Diabetische Gangrän
  • Raynaud-Syndrom
  • Kälteallergie, Kryoglobulinämie
  • keine Behandlung an Schleimhäuten sowie in offenen Wunden

ESWT = extracorporale Stoßwellentherapie

Stoßwellen sind Schallwellen, die über die Hautoberfläche in das Körpergewebe eingebracht werden und deren grundsätzliche Wirkungen in der Schmerzausschaltung sowie in der Förderung der Heilung bestehen. Die Wirkungsmechanismen der ESWT basieren auf komplexen Wechselwirkungen:

  • Verbesserung der Durchblutung im behandelten Bereich
  • Ausschalten der neurogenen Entzündung
  • Sekretion (Ausschüttung) von Wachstumsfaktoren
  • Änderung der Genexpression
  • Knochenneubildung
  • Aktivierung mesenchymaler Stammzellen

Es sind in der Regel drei bis sechs Behandlungen notwendig. Mit der Stoßwelle lassen sich bei den angeführten Indikationen in vielen Anwendungsfällen gute und sehr gute Behandlungserfolge erzielen.

Indikationen

  • Sehnenerkrankungen der Schulter mit (Tendinosis calcarea = Kalkschulter) und ohne Verkalkungen (subacromiales Schmerzsyndrom)
  • Tennis- und Golferellenbogen (Epicondylopathie)
  • Trochanter major – Schmerzsyndrom (Tendopathien der Hüftmuskulatur)
  • Sehnenreizung am Sitzbein (Tendopathien der hinteren Oberschenkelmuskulatur)
  • Reizung der Patellasehne (jumpers knee, Morbus Schlatter)
  • Läuferknie (Tractus iliotibialis-Syndrom)
  • Schienbeinkanten – Reizsyndrom (Shin splints oder Tibiakantensyndrom)
  • Achillessehnenreizung (Achillodynie, Tendopathien der Achillessehne)
  • Fersensporn (Plantarfasciopathie)
  • Idiopathischer (ohne spezifische Ursache) Rückenschmerz
  • Muskelverspannungen und Triggerpunktbehandlung (sog. myofasciale Schmerzsyndrome)
  • Primäres und sekundäres Lymphödem

Auf Grund von Erfahrungen und neueren Studien kann die Stoßwellentherapie inzwischen bei weiteren Erkrankungen des Bewegungsapparates zur Anwendung gebracht werden. Gerne beraten wir Sie individuell dazu.

Durch ein speziell entwickeltes elastisches Tape und eine spezifische Technik ist es möglich, wirksam zu therapieren. Die Kinesio-Taping-Methode wurde in den 1970er-Jahren von Kenzo Kase, einem japanischen Chiropraktiker, entwickelt. Sie ist schmerzlos und aktiviert die körpereigenen Heilungsprozesse ohne Nebenwirkungen.

Behandlungsziele sind:

  • Verbesserung der Muskelfunktion und Funktion des Lymphsystems
  • Schmerzreduktion
  • Unterstützung der Gelenkfunktion.

Indikationen Kinesiotape

  • Kopfschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerz, Verspannungen
  • Rückenschmerzen, Wirbelsäulensyndrome mit Funktionsstörungen
  • Gelenkschmerzen u.a. Arthroseschmerzen
  • Gelenkreizungen oder Gelenkerguss
  • Distorsionen (Zerrungen, Prellungen)
  • Muskuläre Symptome, Muskelverspannungen, Triggerpunkte, Muskelfaserrisse
  • Sehnen-/ Sehnenansatzbeschwerden, z.B. Tennisarm, Golferellenbogen, Achillessehne
  • Lymphödem und Schwellungszustände (nach Operationen)
  • Narbenheilung bzw. -korrektur

„Der Triggerpunkt, wie er heute definiert wird, ist gewiss die häufigste Manifestation des Schmerzes im Bewegungssystem, wenn nicht im Organismus überhaupt.“ (Prof. Karl Lewit, Prag, aus dem Geleitwort zu „Triggerpunkt-Therapie“ von Beat Dejung, Bern, 3. Auflage,2009)

Begriffsbestimmung muskuläre Triggerpunkte

Muskuläre Triggerpunkte sind tastbare lokale Verspannungen im Muskel. Sie können zu Schmerz und Funktionseinschränkungen in betroffenen Körperregionen führen und sind oft durch Fortleitung und Ausstrahlung in andere Körperregionen gekennzeichnet. Sie werden durch akute und/ oder chronische Überbeanspruchung von Muskeln ausgelöst.

Behandlung von muskulären Triggerpunkten

Für die Behandlung von muskulären Triggerpunkten stehen verschiedene anerkannte nicht operative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Chirotherapie
  • lokale neuroreflektorische hyperbare CO2 Kältetherapie
  • Stoßwelle (ESWT) • Muskeltechniken
  • Dry needling
  • Infiltration

Aus meiner Erfahrung ist besonders die Kombination von verschiedenen nichtoperativen Therapien für eine effektive und erfolgreiche Behandlung geeignet (siehe Kombinationsbehandlungen).

Durch die Kombination von verschiedenen nichtoperativen Therapien können die Wirkungen der einzelnen Therapien synergistisch genutzt und verstärkt werden. Folgende Therapien gehören dazu:

  • Chirotherapie
  • Stoßwellentherapie (ESWT)
  • Lokale neuroreflektorische hyperbare CO2 Kältetherapie
  • Kinesiotaping
  • Physio-/ Ergo-/ Sporttherapie, physikalische Therapie